Tausendgüldenkraut

„Meister des Selbstwertgefühls“

Der das Reine vom Unreinen trennt

bild: tausendgueldenkraut meisterkraeutertherapie c wolfgang schroeder verlag der heilung

Überblick: Tausendgüldenkraut

Name:

Tausendgüldenkraut – Centaurium erythraea

Andere Namen:

Bitterkraut, Fieberkraut, Erdgallenkraut, Roter Aurin

Familie:

Enziangewächse – Gentianaceae

Verwendete Pflanzenteile:

  • Ganzes Kraut – Centaurii herba

Inhaltsstoffe:

glykosidische Bitterstoffe, Pyridinalkaloide, Phenylcarbonsäuren, Flavonoide

Die Bitterstoffe des Tausendgüldenkrauts sind, wie jene des gelben Enzians, sehr wirkungsvoll und zwar direkt durch Steigerung der Magensaftsekretion, sowie indirekt kreislaufanregend über das vegetative Nervensystem (durch den Sinnesreiz ausgelöst).

Geschmack:

bitter

Temperatur:

kalt

Dosierung:

Variante A:

ca. ein halben Teelöffel pro Tasse, oder auch nur eine Brise. Dieser Tee schmeckt sehr bitter. Zur Appetitanregung kann man vor dem Essen eine Tasse trinken und zur Verdauungsförderung nach dem Essen.

Variante B:

Pragmatische Tagesdosis: Ein Teelöffel oder weniger Tausendgüldenkraut mit einem Liter kochendem Wasser übergießen, ca. 10 Minuten ziehen lassen, mit einem Sieb abseihen und in eine Thermoskanne füllen. Den Tee zu beliebigen Zeiten, tagsüber trinken.

Gegenanzeigen:

zu vermeiden bei Magen- und Darmgeschwüren

Nebenwirkung:

keine bekannt

Wirkung: Tausendgüldenkraut

  • steigert den Magensaft
  • regt die Verdauung an
  • stärkt die Nerven (Wirkung tritt erst nach ein paar Wochen ein)
  • stärkend
  • regt den Appetit an

Besonders gezielte Wirkungen bei folgenden Symptomen und Krankheitsbildern:

Innere Anwendung - Physis

  • fördert die Bildung der gesamten Verdauungssäfte von Magen, Galle, Bauchspeicheldrüse – besonders bei älteren Menschen
  • Altersmagen
  • Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Blähungen werden gemindert
  • Appetitlosigkeit, mangelnde Speichelbildung
  • Leber- Gallebeschwerden
  • Darmträgheit
  • Dyspepsie
  • chronische Hautleiden in Verbindung mit schlechter Verdauung z.B. Dermatitis, Ekzeme
  • regt den Kreislauf über das vegetative Nervensystem an
  • steigert die Resistenz bei häufigen Erkältungen
  • In der Volksmedizin bei Fieber und Wurmbefall
  • Menstruationsbeschwerden, prämenstruelle Beschwerden

Emotionale und geistige Aspekte

  • zu schwach, um auch „nein“ sagen zu können
  • Gefühl der Gespaltenheit „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“
  • man möchte gern jemand anders sein
  • hilft, sich selbst anzunehmen, so wie man ist
  • nimmt den Leidensdruck durch das Bemühen einer Idealvorstellung nachzueifern
  • nervöse Erschöpfungszustände
  • Reizbarkeit
  • Schwächezustände, Müdigkeit, Antriebslosigkeit

Äußere Anwendung:

  • bei Geschwüren und Wunden

Besonders gezielte Wirkung bei folgenden Disharmoniemustern der chinesischen Medizin:

  • Magen - Hitze
  • Dünndarm - Hitze
  • Leber - Qi Stagnation
  • Feuchte Hitze von Leber und Gallenblase
  • Leere der Gallenblase
  • Milz - Qi - Mangel
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Fakten und Erfahrungen zum Tausendgüldenkraut

Mit sanfter, starker, bitterer Note bringt die Geschmacksenergie Ordnung und Kraft in das System. Stimmt das persönliche Mischungsverhältnis, schmeckt der Tee vom Tausendgüldenkraut golden, klar und einsichtig. Nehmen wir ein bisschen zu viel davon, schmeckt der Tee fürchterlich bitter. Dieses Kraut ist nämlich eines der bittersten Kräuter, die in unseren Breiten wachsen. Die meisten Dosierungsanweisungen laufen genau genommen auf ein Brechmittel hinaus. Jeder, der schreibt, dass anderthalb Teelöffel für eine Tasse als Standard zu empfehlen sind, hat entweder eine Brechmittelmischung gemeint, oder diese Dosierung noch nie in seinem Leben selbst probiert.

Gerade beim Tausendgüldenkraut ist es wichtig, die richtige Dosierung zu finden. Ein halber Teelöffel auf einen Liter Wasser, ist meistens vollkommen ausreichend. Probiert es selbst aus! Das Kraut hat uns schon die erste Lehre vermittelt, wenn wir die richtige, also wohlschmeckende, Mischung gefunden haben. „Geh behutsam und dosiert mit deinen Kräften um.“ Das heißt auch, sich nicht zu viel um die Meinungen anderer zu kümmern, denn sonst kommst du nie auf einen eigenen grünen Zweig. Dann huschen wir eventuell immer auf den Bäumen und Zweigen herum, die uns die anderen vorschreiben. Die Bäume der anderen sind aber meistens zu hoch, oder zu niedrig und auch die Zweige könnten unter unserem Gewicht brechen, während sie bei den anderen halten. Wir müssen herausfinden, wo die Bäume mit den Zweigen, auf denen wir uns sicher und wohl fühlen, stehen. Auf unseren Bäumen können wir uns gut bewegen und uns „quietsch - vergnügt“ fühlen.

Problematik: Ich kann nicht „nein“ sagen und meine Gutmütigkeit wird ausgenutzt.

Wir brauchen unbedingt unsere eigene Art und Weise, mit dem Leben umzugehen. Nur wir allein können entscheiden, was für uns passend, stärkend, wohltuend und somit geeignet ist. Es liegt nur bei uns zu bestimmen, was wir wollen und was uns wirklich „anmacht“. Selbstverständlich ist es wichtig, dabei keinen zu verletzen und doch das Eigene, auch gegen die Auffassungen anderer, durchzuführen. Ob es andere gut finden, dass wir nun länger schlafen, oder alles immer aufgeräumt haben wollen, ist ihre Sache und nicht unsere. An dieser Stelle möchte ich einen Witz einfügen, der mir sehr passend scheint:

Ein Mann ist dabei sich zu rasieren. Seine Frau kommt zu ihm und sagt: „Ich habe gehört, dass du eine Freundin, hast! Stimmt das?“ „Ja, schon, doch, das ist mein Problem“. „Na hör mal! Ich bin deine Ehefrau! “ „Ja schon, doch das ist dein Problem“. „Ich habe auch gehört, dass deine Freundin schwanger ist! Stimmt das?“ „Ja schon, doch das ist ihr Problem.“

Jeder muss sein eigenes Leben leben, also auch wir. Wer zu sehr auf andere hört, wer die Meinungen anderer zu wichtig findet, wer sich zu sehr vom Verhalten anderer abhängig macht, der kann sich, mit der Kraft des Tausendgüldenkrauts, in eine neue Dimension der Freiheit bewegen.

Das Leben muss nicht bitter sein. Höre ich zu sehr auf andere, verliere ich mich selbst. Dann könnten gewisse Lebensbereiche für mich bitter schmecken. In den Kindheitstagen haben die meisten von uns Heldengeschichten geliebt. In den Geschichten haben die Ideale, trotz aller Entbehrungen, gegen das umtriebige Böse, gegen die Bitterkeit des Lebens, gegen die Ungerechtigkeiten gesiegt. In den Geschichten mussten die Heldinnen, oder Helden manch schwierige Prüfung erfolgreich bestehen, doch jede gestellte Aufgabe konnte auch erfüllt werden.

Haben die inneren Schwächen, die bösen Kräfte und der Gedanke, dass ich es nicht wert bin, gesiegt? Haben die eigenen Ideale keinen Raum mehr zum Leben? Gibt es keine Möglichkeit, bei der überlegenen Mehrheit an Meinungen ringsherum, auf die eigene, innere Stimme zu hören und das, was sie uns sagt, zu leben? Der Dünndarm hat die Aufgabe, das Unwichtige vom Wichtigen zu trennen. Das, was für unsere körperliche und geistige Gesundheit wichtig ist, soll aufgenommen werden und was uns schwächt, uns krank macht, uns irritiert und uns in den Bann anderer bringt, ist zu erkennen und auszuscheiden. Das Tausendgüldenkraut hat die Fähigkeit, auf der stofflichen Ebene, das Lebenswichtige aufzunehmen und das Giftige abzulehnen und zur Ausscheidung zur Verfügung zu stellen. Wenn wir uns von morgens bis abends von anderen Stimmen, von Radio, Fernsehen, Telefon, SMS, dem Rat „der Freunde“, etc. berieseln lassen, ist die Frage berechtigt, wo die eigene Stimme bleibt? Eine flexible Abgrenzung zu all diesen Geschehnissen ist lebenswichtig. Es ist wichtig zu erkennen, was für uns persönlich, für mich, jetzt, in diesem Augenblick, wichtig und richtig ist! Wer sollte das denn außer uns und unserem Schöpfer wirklich wissen?

Das Tausendgüldenkraut vertreibt Schwermut und die Unfähigkeit für sich selbst einzustehen. Es gibt uns einen Schutz, indem es durch die Bitterkräfte unser System so gezielt reinigt, dass wir wieder klarer durchblicken. Was wir mit diesem klarem Blick auf unsere Lebenssituation bezogen nun anfangen, bleibt wieder unserer eigenen Entscheidung überlassen.

Fakten und Erfahrungen aus Sicht der chinesischen Medizin

Wirkungen der Geschmackskräfte und der Säfte aufbauenden Aspekte

Feuer - Dünndarm - Yin

Das Tausendgüldenkraut ist das ideale Kraut für den Dünndarmbereich. Die Dünndarmleitbahn wird „der Beamte, der das Reine vom Unreinen trennt“ genannt.

Die stark schmeckenden und hoch wirksamen Bitterstoffe vom Tausendgüldenkraut leiten Ablagerungen zwischen den Zellen aus.

Im stofflichen Bereich wird die Verdauung gestärkt. Spannungen, die im Verdauungsbereich vorliegen, werden häufig durch unterdrückten Ärger ausgelöst. Das Disharmoniemuster, das dazu führt, wird in der chinesischen Medizin auch Leber - Qi - Stagnation genannt. Die ableitenden Bitterstoffe und deren Wirkung lösen die Leber und Galle aus ihrer Spannung. Das Tausendgüldenkraut kann man auch gut bei Verstopfung und Durchfall im Wechsel und bei Gallenproblemen einsetzen.

Die Wirkung der bitteren Geschmackskraft des Tausendgüldenkrauts

Das Bittere kann eine Magen- und Dünndarmhitze ausleiten. Weiterhin wird die Energie der Verdauung (das Milz - Qi) so gestärkt, dass die damit verbundenen Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Verdauungsbeschwerden behandelt werden können.

Das Tausendgüldenkraut wirkt appetitanregend und vertreibt die Melancholie

Es wirkt auf der stofflichen und geistigen Ebene. Die Kommunikation zwischen den Zellen funktioniert wieder so gut, dass eine schnelle, sichere Entscheidungsfähigkeit erlangt wird. Ich höre auf mich und nicht auf die Anderen. Ich stehe zu mir und brauche nicht immer die Zustimmung Fremder. Ich habe mich entschieden und lasse mich nicht von anderen durcheinander bringen. Ich bin ich und die Anderen sind die Anderen. Stärkung des eigenen Willens.

Pflichtbewusstsein ohne Liebe macht verdrießlich.

Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.

Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.

Wahrhaftigkeit ohne Liebe macht kritiksüchtig.

Klugheit ohne Liebe macht betrügerisch.

Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.

Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.

Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.

Macht ohne Liebe macht grausam.

Ehre ohne Liebe macht hochmütig.

Besitz ohne Liebe macht geizig.

Glaube ohne Liebe macht fanatisch.

~ Laotse; aus: Zitate der Welt ~

Heilmeditation: Tausendgüldenkraut

Tausendgüldenkraut – „Meister des Selbstwertgefühls“

Die geistige Augentechnik – Hier sind wir dem Selbst am Nächsten

Die Augen sind wie ein Schalter zwischen verschiedenen Bewusstseinszuständen. Sind die Augenlider geöffnet, sind wir verstärkt im Sinnesbewusstsein. Sind die Augenlider geschlossen und die Augen nach unten gerichtet, fallen wir ins Unterbewusstsein und schlafen sehr schnell ein – wir kennen die schweren Augenlider bei großer Müdigkeit. Sind die Augenlider geschlossen, oder halb geöffnet und die Augen muskulär nach oben gerichtet, besteht eine sofortige Verbindung zum Überbewusstsein. Wann stimmt diese Stellung? Am besten halte dabei die Augen nach oben, auf einen Punkt zwischen den Augenbrauen gerichtet – zum geistigen Auge. Hier vereinigen sich Yin und Yang. Die Augen können ganz geschlossen, oder halb geöffnet sein. Sie sollen richtig muskulär nach oben gerichtet werden. Wichtig ist, dass sie dabei entspannt sind. Wenn die Augen in der optimalen Stellung sind, bemerken wir es beispielsweise dadurch, dass wir tief durchatmen und sich das Zwerchfell entspannt. Wenn das für den Körper ungewohnt ist, verbleiben die Augen meist maximal 4 Sekunden in dieser Stellung. Übung macht jedoch den Meister.

Heilmeditation:

„Es ist mir egal, was andere von mir denken und sagen.

Ich weiß, dass ich wertvoll bin.

Das, was mich ins Leben gebracht hat, liebt mich.

Ich bin dankbar und zufrieden.“

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