Baldrian

„Meister des Gehirns“

Der die Augen öffnet und den Geist beruhigt

bild: baldrian meisterkraeutertherapie c wolfgang schroeder verlag der heilung

Überblick: Baldrian

Name:

Baldrian – Valeriana officinalis

Andere Namen:

Augenwurzel, Balderbrackenwurz, Dreifuß, Hexenkraut, Katzenkraut, Marienwurzel, Mondwurz, Theriakwurz, Spickwurz

Familie:

Baldriangewächs – Valerianaceae

Verwendete Pflanzenteile:

  • Wurzelstock – Valeriana radix

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl, Valepotriate, Valerensäuren, Lignane, geringe Mengen Alkaloide

Geschmack:

scharf, süß, bitter

Temperatur:

warm

Dosierung:

Variante A:

ein Teelöffel (3g) pro Tasse; ein bis mehrmals täglich (Tagesdosis 10 bis 15g); Kinder: 2,5g; wirkt bei niedriger Dosierung eher anregend, bei höherer Dosierung beruhigend.

Variante B:

Pragmatische Tagesdosis: Ein Esslöffel Baldrian mit einem Liter kochendem Wasser übergießen, ca. 10 Minuten ziehen lassen, mit einem Sieb abseihen und in eine Thermoskanne füllen. Den Tee zu beliebigen Zeiten, tagsüber trinken.

Gegenanzeigen:

keine bekannt

Nebenwirkung:

in seltenen Fällen gastrointestinale Beschwerden, sehr selten Kontaktallergien bei Kindern und in seltenen Fällen können Unruhezustände auftreten

Wirkung: Baldrian

  • beruhigt bei nervösen Unruhezuständen
  • wirkt gegen Schlafstörungen, Prüfungsangst
  • wirkt bei nervösen Störungen in den Wechseljahren
  • hilft gegen Erschöpfungsszustände
  • löst Krämpfe bei nervös bedingten Herz-, Magen- und Darmbeschwerden

Besonders gezielte Wirkungen bei folgenden Symptomen und Krankheitsbildern:

Innere Anwendung - Physis

  • bei nervösen Herzbeschwerden wie Herzklopfen und Engegefühl in der Herzgegend
  • nervöse Magenbeschwerden wie Blähungen
  • Magen- Darmkrämpfe, Übelkeit
  • Schmerzen allgemein (Neuralgien Gürtelrose, Kopfschmerzen)
  • Muskelverspannungen
  • Wetterfühligkeit
  • Reizblase, Bettnässen
  • unterstützend bei klimakterischen Beschwerden
  • Menstruationsbeschwerden
  • Dämpfung von Entzugserscheinungen bei Alkohol- und Opiatentwöhnung

Emotionale und geistige Aspekte

  • Lampenfieber, Prüfungsangst
  • Angstzuständen; gibt wieder Mut und Kraft in belastenden Lebenssituationen
  • verbindet Emotion mit Verstand
  • Liebeskummer
  • Schlafstörungen: Einnahme am Abend: fördert die Schlafbereitschaft
  • verkürzt die Einschlafzeit
  • verbessert die Schlafqualität, bei Durchschlafschwierigkeiten
  • allgemein Schlaflosigkeit
  • nervöse Unruhezustände:
  • Einnahme am Tag: beruhigt, entkrampft, gleicht psychisch aus und steigert den Antrieb, steigert Konzentration und Leistungsvermögen
  • wirkt gegen Stress und Reizbarkeit, sowie Beschwerden, die durch Überarbeitung hervorgerufen werden (Baldrian wirkt wie eine wärmende menschliche Umarmung)
  • nervöse Erschöpfungs- und Schwächezustände
  • Erregungszustände
  • Hysterie mit Ohnmachtsneigung
  • nervösen Wechseljahrsbeschwerden
  • Hyperaktivität und Konzentrations- und Lernstörungen bei Kindern

Äußere Anwendung:

  • zur Entspannung und Beruhigung:

Zubereitung: 100g Tee (für 1 Vollbad) mit 2 l Wasser heiß übergießen, nach 10 Min. abgießen und dem Badewasser zugeben

Besonders gezielte Wirkung bei folgenden Disharmoniemustern der chinesischen Medizin:

  • Herz - Qi - Mangel
  • Herz - Yang - Mangel
  • Stagnation des Herz - Blutes
  • beruhigt den Geist
  • harmonisiert den „Mittleren Erwärmer“
  • Leber - Qi - Stagnation
  • Leber - Wind
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Fakten und Erfahrungen zum Baldrian

Betrachte ich einen Baldrian, der gerade voll in der Blüte steht, dann scheint der dünne Stängel, die im Verhältnis sehr große Blüte gar nicht tragen zu können, doch er kann es. Sitzen wir neben einer blühenden Blüte, dann müssen wir sehr nahe herangehen, um einen feinen Duft in der Nase wahrzunehmen. Viele verschiedene Insekten besuchen den Baldrian, um zu fressen und ihn zu bestäuben.

Der Geruch, der aus den getrockneten Wurzeln herausströmt riecht anders, als der Blütenduft. Er wirkt durchdringend. Dabei kommt mir der Gedankengang, „alles durchdringend“. Plastiktüten und Plastikcontainer halten den Geruch nicht in seiner vollen Ausdünstung ab.

Es ist ein sehr durchdringender Geruch, der aus den Wurzeln steigt. Dieser breitet sich sehr intensiv aus, ist sehr einnehmend und haftet an verschiedenen Materialien.

Um diese Tiefenwirkung auszudrücken, benutze ich die Beschreibung „bis in den Molekularraum vorstoßend“. Der Baldrian wird auch als Stinkwurz bezeichnet.

Er wird erfolgreich bei verschiedenen Suchtbehandlungen eingesetzt, da er in Dimensionen vordringt, in denen wir einen Teil unserer suchterzeugenden Erinnerungen gespeichert haben.

Beim Trinken bemerken wir diesen einmaligen süßlichen, weichen, anregenden Geschmack. Der Baldriangeschmack ist noch über viele Stunden spürbar und über die Geschmackssinne hinaus im Gewebe zu schmecken und zu fühlen. Der Geschmack dringt durch die Zunge, durch den Gaumen, durch das Hirn und durch die Knochen.

Während des Trinkens entsteht Wärme, die im Kopf spürbar wird und ein leichtes Schwitzen an der Hautoberfläche verursacht.

Die Blüten des Baldrians sehen aus wie ein runder Baldachin, in Form eines geöffneten Sonnenschirms. Stellen wir uns vor, dass wir mit einem kopfgroßen Baldrian - Blütenständer von innen durch das Großhirn zur Schädelinnenseite hoch und runter fahren. Dieser Blütenständer besteht in der Vorstellung aus unzählig vielen, kleinen und großen molekularen Netzen, mit denen wir die Großhirnhälften bis zur Schädeldecke intensiv aktivieren.

Meditierende richten beispielsweise ihre Konzentration und Hingabe auf beide Großhirnrinden. Sie bilden das Hauptenergiezentrum, den physischen Thron unserer Seele. Genau hier bekommt der Lichtgott Baldur, durch die Energie der Baldrianwurzel, ein Lichtspektakel geboten. Lichtreflexe brausen durch das Hirn, wie in der Morgen- oder Abenddämmerung. Wenn dieser Bereich harmonisch aktiviert wird, sind wir entspannt und fühlen uns glücklich.

Das, oder genau das Gegenteil, ist es, was der Baldrian bei vielen Menschen auslösen kann.

Einige sind nach dem Trinken des Tees aufgedreht und fühlen sich zu körperlichen Aktivitäten oder/und geistigen Tätigkeiten hingezogen. Das ist häufiger bei älteren Menschen als bei jüngeren zu beobachten. Es drehen diejenigen auf, die durch den Baldrian im Hirn aufgeweckt werden. „Hey, was ist denn hier los? Was läuft jetzt?“ Es entstehen neue Ideen, oder alte Ideen werden ganz neu überdacht. Es entstehen kreative Ideen, die nach einer prompten Umsetzung schreien.

„Tu es endlich. Hör auf zu warten.“

Diejenigen, bei denen die Gedanken pausenlos Ideen und Wünsche fabrizieren, fühlen sich nicht entspannt. Sie werden vom Baldrian sanft abgebremst, so dass in der Ruhe eine neue Ordnung geschaffen werden kann.

Der Baldrian wird bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen und nervösen Unruhezuständen angewendet.

Er ist ebenso bei Angstzuständen, wie der Prüfungsangst, geeignet. Da der Baldrian die Konzentrationsfähigkeit erhöht und nicht „vernebelt“, ist er auch hilfreich bei Lernstörungen, belastenden Lebenssituationen und Lampenfieber.

Der Baldrian hilft beim Erzeugen einer bewussten Entspannung, in der die Leistungsfähigkeit gesteigert ist.

Er wird auch erfolgreich bei der Alkohol-, Nikotin-, Medikamenten- und Opiatentwöhnung eingesetzt. Der Baldrian verbindet den Verstand mit der Emotion – „die Kaiserin Seele“, mit der Überseele.

Fakten und Erfahrungen aus Sicht der chinesischen Medizin

Wirkungen der Geschmackskräfte und der Säfte aufbauenden Aspekte

Herz - Feuer - Yang

Der scharf wirkende, Wärme erzeugende Baldrian ist beim Organ Herz eingeordnet, im anregenden Bereich, der für den Yang Aspekt steht. Da der Baldrian nicht vordergründig im Organ wirkt, steht der Herzmeridian als aussagekräftigeres Erklärungsmodell zur Verfügung.

Der Herzmeridian wird im konfuzianischen Denken „Die Kaiserin“ genannt. Die Kaiserin gibt Anordnungen, die ohne Widerrede zu befolgen sind. Sie hat die Macht, über Leben und Tod, über Reichtum und Armut zu entscheiden.

Steht die Kaiserin für das nach innen gerichtete Bewusstsein, das Yin, steht der Kaiser für das Yang, für das nach außen gerichtete Bewusstsein.

Wenn wir vom Kaiser Yang, oder nennen wir es hier „Kaiser Ego“ sprechen, das sich besonders vom Sinnesbewusstsein, von den Instinkten und von Ruhm und Ehre leiten lässt, bekommt die Kaiserin, als Gegenpol, aus der herzlichen Intuition ihre Anweisungen. Sie hält den Kontakt zur „Oberkaiserin“, zum „kosmischen Bewusstsein“, zur „Überseele“. Der Baldrian aktiviert den Lebensraum der kaiserlichen Familie im Hirn - Bereich, oberhalb der Augen. Wer nun die Aktivierung nutzt, ob es die Kaiserin, der Kaiser, oder abtrünnige Kriegsherren aus der Regierung sind, entscheidet nicht der Baldrian.

Der Baldrian wirkt nicht direkt auf das Herz, sondern über das Hirn, auf die Steuerung des Herzens.

Er beruhigt durch die Aktivierung das Bewusstsein. Je mehr unsere Himmelstore aufgehen, umso mehr erkennen wir, dass wir unendliche Wesen sind, die in der Endlichkeit leben. Das beruhigt.

Bewusster im Sein zu sein, erzeugt immer mehr Ruhe, die zu mehr Ausgeglichenheit und entspannter Aktivität führt.

Hier führt die Schärfe über die Anregung zu neuer Ruhe. Das Öffnen der Hautporen, durch ein leichtes Schwitzen am Kopf, oder an anderen Teilen des Körpers, öffnet für neue Energien und neue Inspirationen. Das kann eine wichtige Entspannung und Ruhe bringen, die wir zum Schlafen brauchen.

Weiterhin trägt der Baldrian zum Auflösen störender Ängste bei, beispielsweise in Prüfungssituationen.

Die Wirkung der bitteren Geschmackskraft des Baldrians

Das bittere kontrolliert das entfachte Feuer, da das Bittere die Energie absenkt und dabei überschüssige, pathogene Energien und Säfte abtransportiert. Die Verdauung wird angeregt und Krämpfe können aufgelöst werden. Der Baldrian wirkt krampflösend bei nervös bedingten Herz-, Magen-, und Darmbeschwerden.

Die Wirkung der süßen Geschmackskraft des Baldrians

Die süße Geschmackskraft befeuchtet, entspannt und zentriert. Das Leben wird versüßt! Es entsteht eine nach oben gerichtete, spiralige Energiebewegung, die zentriert.

Wir bekommen eine Energiebewegung serviert, die uns hilft, mehr in eine ruhige Zentrierung zu kommen. Das beruhigt und öffnet im übertragenen Sinne die Augen – in diesem Fall das innere Auge. Mit anderen Worten: Es fördert die Einsichtigkeit. Der Punkt in der Mitte der Stirn heißt in der chinesischen Energielehre „Die Siegelhalle“. Hier wird alles über das Leben und den Tod besiegelt.

Doch was mache ich mit meiner Einsicht. Aus unseren Einsichten entsteht, durch unsere Gedanken, die persönliche Wahrnehmung des Lebens. Es sind unsere Gedanken, die auf der magischen Leinwand des Gehirns ihre Ausdrucksform bekommen. Dort gebe ich meinem Leben den eigenen Stempel. Ich brenne das eigene Siegel ein. Letztendlich ist es unser freier Raum, im Palast des Gehirns, den wir mit unserer eigenen Lebensmagie erfüllen. Die Magierin, oder der Magier ist bemüht das Beste, eben das Optimum zu denken und ins Leben zu bringen. Welche Magie bestimmt dein Leben?

Der Baldrian kann als der Magier unter den Meisterkräutern angesehen werden – „der Magier im Gehirn“. Sein Meistertitel bezieht sich auf das ganze Gehirn – „Der Meister des Gehirns“.

Heilmeditation: Baldrian

Baldrian – „Meister des Gehirns“

Die Anpimomai® - Atemtechnik

Atme ein und stelle dir dabei vor, dass die Energie ins geistige Auge, in der Mitte der Stirn, fließt. Leite bitte beim Ausatmen die Energie ins gesamte Gehirn, so dass immer mehr Energie dorthin gelangt. In der Vorstellung wird es im Hirn immer heller und heller. Die Energie entspricht dem Licht. Je mehr Licht wir im Gehirn haben, umso ruhiger können wir sein. Wir blicken besser durch. Diese Person ist besonders „helle“. Praktiziere diese Übung nur 12 Mal. Wenn sie ungeübter Weise öfter gemacht wird, kann es zu Kopfschmerzen führen. Wenn dir die Übung gefällt und du sie immer öfter machst, kannst du die Intervalle einfach in Zwölferschritten erhöhen. 12, 24, 36, ...

Heilmeditation:

„Ich bestimme selbst, wie ich mich fühle.

Ich bin in der Ruhe aktiv.

Ich bin frei.“

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