Pfefferminze

„Meister der Entscheidungen“

Der Kühlende und Öffnende

bild: pfefferminze meisterkraeutertherapie c wolfgang schroeder verlag der heilung

Überblick: Pfefferminze

Name:

Pfefferminze – Mentha piperita

Andere Namen:

Edelminze, Katzenkraut, Englische Minze, Mutterkraut, Schmecker, Prominzen, Peppermint (engl.)

Familie:

Lippenblütler – Lamiaceae

Verwendete Pflanzenteile:

  • Blätter – Menthae piperitae folium
  • Öl – Menthae piperitae oleum

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl (besonders Menthol), Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe

Geschmack:

scharf

Temperatur:

kalt

Dosierung:

Variante A:

ein Teelöffel pro Tasse, 2–4 Tassen täglich trinken (Tagesdosis 3 – 6g Blätter).

Variante B:

Pragmatische Tagesdosis: Zwei Esslöffel Pfefferminze mit einem Liter kochendem Wasser übergießen, ca. 10 Minuten ziehen lassen, mit einem Sieb abseihen und in eine Thermoskanne füllen. Den Tee zu beliebigen Zeiten, tagsüber trinken.

Gegenanzeigen:

Bei Gallensteinen nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.
Das ätherische Öl darf bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Gesicht, oder zur Inhalation angewendet werden.

Wenn Kälte die Basis der folgenden Muster und Symptome ist:

  • aufsteigendes Leber - Yang
  • Yin - Mangel
  • Blutmangel
  • Trockenheit, Durchfall auf Basis einer Kälte
  • Stillen, da es den Milchfluss stoppen könnte

Nebenwirkung:

nicht zum Dauergebrauch bestimmt – kann zu Magenreizung führen

Wirkung: Pfefferminze

  • fördert die Galle
  • krampflösend
  • antibakteriell
  • stillt den Brechreiz
  • gärungshemmend
  • verdauungsfördernd, Verdauungssäfte anregend

Besonders gezielte Wirkungen bei folgenden Symptomen und Krankheitsbildern:

Innere Anwendung - Physis

  • krampfartige Magen-, Galle- und Darmbeschwerden
  • Verdauungsstörungen wie Übelkeit, Erbrechen, Aufstoßen, Schluckauf
  • leichte Formen von Sodbrennen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • leichten Gallekoliken, entkrampft die Gallenwege
  • bei zu wenig, oder gestauter Gallenflüssigkeit
  • Beschwerden bei Fettverdauung
  • Oberbauchschmerzen, Reizmagen, verdorbener Magen
  • Erkältungen mit Fieber, Husten und Schnupfen
  • Heuschnupfen
  • Kopfschmerzen

Emotionale und geistige Aspekte

  • befreit von dem Gefühl der Beengung, oder in Wut und Zorn eingesperrt zu sein
  • Unentschlossenheit
  • steigert Mut, Freude und Leichtigkeit bei Entscheidungen
  • hilft bei dem Gefühl, neben sich zu stehen, bringt einen ins Hier und Jetzt zurück
  • Tagträumer, gedankenverloren sein
  • bringt Frische; befreit für neue Gedanken

Äußere Anwendung:

  • als Dampf - Inhalation bei Atemwegserkrankungen
  • Mund- und Zahnfleischerkrankungen

Anwendung als Öl zum Einreiben:

  • bei Kopfschmerzen, Migräne
  • zentral anregend bei Kreislaufschwäche, Schwindel, Ohnmachtneigung
  • Neuralgien
  • bei rheumatischen Beschwerden
  • Schmerzzuständen aller Art
  • Muskelverspannungen
  • jede Form von Schmerzen

Besonders gezielte Wirkung bei folgenden Disharmoniemustern der chinesischen Medizin:

  • Leber - Qi - Stagnation
  • aufsteigendes Leber - Yang
  • loderndes Leber - Feuer
  • Feuchte - Hitze der Gallenblase und Leber
  • Wind - Hitze der Lunge
  • Milz - Qi - Mangel
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Fakten und Erfahrungen zur Pfefferminze

Es ist eine wunderbare, erfrischende Angelegenheit, in der heißen Wüste, an einem heißen, europäischen Sommertag, einen Pfefferminztee zu genießen. Er kühlt und erfrischt, da die Haut überall ein bisschen geöffnet wird. Es ist sehr angenehm, wenn der ganze Körper von der Hitze befreit wird.

Eine heiß gelaufene Gallenblase und überschießende Gallenblasenenergien, können von der Pfefferminze gut abgekühlt werden. Dadurch können viele krampfartige und brennende Hitzeschmerzen gelöst werden. Die Hitze wird so runtergekühlt, dass die Gallenwege entkrampft und erweitert werden. Die Pfefferminze, als die „Coolste“ unter den Meister - Kräutern, kann mit dieser Hitze umgehen. Sie ist so cool und scharf, dass sie alle über das Schwitzen abkühlt. Sie ist so stark kühlend, dass sie am besten in der Lage ist, eine erhitzte Leber, oder Gallenblase herunter zu kühlen. Im sprichwörtlichen Sinne kann man durch sie „einen kühlen Kopf bewahren“, oder erst bekommen.

Die Schärfe öffnet die Hautoberfläche. Wir können das gut spüren, wenn wir Pfeffer essen. Darum gibt die Schärfe der Pfefferminze eine bahnbrechende Öffnung. Ich öffne mich, meine Hautporen, meine Hauttore und habe nun mehr Zugang zu allem. Ich kann emotionalen Druck loslassen, der sich sonst in einer Hitze in der Gallenblase entladen kann.

Wir benötigen eine geschmierte, funktionierende Gallenblase, um uns spontan entscheiden zu können. Wir brauchen Mut, um uns zu entscheiden, weil wir ja nicht wissen, was passieren wird. Keiner weiß, wie die Zukunft aussieht. Also wohin führt mich diese Entscheidung? Ich brauche Mut, sonst bekomme ich Wut. Die Pfefferminze kann die Gallenblase so regulieren und durch ihre Schärfe aktivieren, dass die Kraft für weitere Entscheidungen vorhanden ist. Sie zeigt auf, dass man nur einen Schritt zur gleichen Zeit tun kann. Wir brauchen uns nur für diesen einen Schritt zu entscheiden.

„Ich will mich entscheiden. Ich bin mutig. Ich kann mich entscheiden.“

Öffne dich und steh zu dir.

Was ist, wenn wir in einem Gebiet leben, in dem es eher kalte Außentemperaturen gibt? Dann müssen wir aufpassen, dass wir nicht zu viel Pfefferminztee trinken, oder Pfefferminzöl zu uns nehmen, um keine Kälte zu erzeugen. Das könnte unsere Wärmereserven zu sehr aufbrauchen. Es wäre, als würde man bei einem offenen Fenster heizen. Die Schärfe der Pfefferminze öffnet die Hautporen – wir schwitzen. Bei einer angeschwollenen Nase empfinden wir die Schärfe als sehr angenehm. Über die geöffneten Hautporen kann nun Wärme entweichen. Für alle Menschen, die eine Kälte in ihrem Körper haben, ist die Pfefferminze für einen dauerhaften Gebrauch ganz ungünstig. Nieren und Blase werden noch mehr geschwächt. Also alle, die mit kalten Füßen, Händen, einem kalten Bauch, oder einem kalten Rücken zu tun haben, sollten den Pfefferminztee am besten nur in Verbindung mit wärmenden Kräutern zu sich nehmen.

Die Schärfe der Pfefferminze kann, bei längerem Gebrauch, den Magen in Schwierigkeiten bringen.

Das spricht für die Stärke der Pfefferminze. Wir müssen mit ihr richtig umgehen.

Sollten die folgenden Symptome auf der Basis einer Hitze entstanden sein, kann die Pfefferminze gut helfen. Das wären Kopfschmerzen, Migräne, "eine Matschbirne", bei Krämpfen im gesamten Bauchbereich (Galle, Magen, Darm), bei PMS, Menstruationsunregelmäßigkeiten, nervöse Spannungszustände, Schlaflosigkeit, gerötete Augen und schlagartig auftretender Schwindel.

Die Pfefferminze fördert aktiv die Gallensekretion

Auf der nördlichen Halbkugel gibt es etwa 30 beschriebene wild wachsende Minzenarten. Die Gattung „Mentha“ der Minzen neigt zur Hybridbildung. Darum ist eine klare Abgrenzung der verschiedenen Sorten schwierig.

Es wird vermutet, dass sich die „Grüne“-, oder auch „Waldminze“, mit der „Bach“-, oder auch „Wasserminze“ genannt, wild gekreuzt hat. Sie wurde im Jahre 1696 zum ersten Mal in England, von dem Biologen John Ray, in einem Garten entdeckt. In Mitcham bei London wurde die Pfefferminze um 1750 angebaut. Die dunkelgrüne Sorte "Mitcham", ist bis heute die am höchsten geschätzte. Die Pfefferminze ist nun die einzige Pflanze der 24 Meisterkräuter, die wir in der freien Natur kaum antreffen werden. Von den frei wachsenden Minzen liegen uns keine eigenen Heilerfahrungen vor, doch die Literatur strotzt davon. Die Pfefferminze zeichnet sich durch einen sehr hohen Mentholanteil aus. Wir nutzen die Pfefferminze und sie muss angebaut werden. Eine sortenechte Vermehrung ist nur vegetativ (durch Stecklinge) möglich, nicht jedoch aus Samen.

Fakten und Erfahrungen aus Sicht der chinesischen Medizin

Wirkungen der Geschmackskräfte und der Säfte aufbauenden Aspekte

Holz-Gallenblase-Yang

Die Gallenblase neigt sehr zu Störungen aus einer Hitze heraus. Die Pfefferminze entkrampft die Gallenwege. Dadurch kann die Galle die Energie (das Qi) wieder regulieren. Das emporschlagende Leber - Yang kann wieder unter Kontrolle gebracht werden. Es erzeugt keine gestauten Emotionen und Spannungsschmerzen mehr.

Die Wirkung der scharfen Geschmackskraft der Pfefferminze

Die scharfe Geschmackskraft sorgt für das notwendige Durchsetzungsvermögen. Es öffnet die Hautporen und lässt Druck an der gesamten Hautoberfläche ab. Das ist sehr wirksam.

Der Gallenblasenmeridian wird auch „der General“ genannt. Der General bekommt zwar den Grundauftrag von der Regierung, doch dann muss er klare und deutliche Entscheidungen treffen – ohne Wenn und Aber. Nein, natürlich weiß auch der General nicht was passieren wird, doch die Entscheidungen müssen klar und unmissverständlich sein.

Heilmeditation: Pfefferminze

Pfefferminze - „Meister der Entscheidungen“

Die klassische Atmung durch die Hautporen

Leg dich auf den Rücken. Praktiziere die natürliche Atmung, also atme ruhig und tief, ein und aus. Wenn du einen ruhigen Atemrhythmus erreicht hast, stell dir vor, dass die Energie durch alle Poren der Haut, überall in den gesamten physischen Körper einströmt. Beim Einatmen machen die Poren auf und die Energie strömt ein. Beim Ausatmen strömt die Energie, durch die Poren, wieder aus. Praktiziere diese Übung ca. 10 bis 30 Minuten. Dann vergiss den Atem und entspanne dich, mit nach oben gerichteten Augen. Einfach spüren und immer mehr entspannen. Dann tue, was zu tun ist.

Heilmeditation:

„Ich will mich entscheiden.

Ich bin mutig.

Ich kann mich entscheiden.“

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